Myanmar auf 2 Rädern.

Tour durch eine andere Welt
voller Schönheit und Aufbruch.

Katja und Thomas aus Langental haben in vier Wochen ein Land durchquert, das mit unberührter Schönheit und ebenso turbulenter Zivilisation überrascht. Zusammengekommen sind 1’140 km in teilweise langen 17 Velotagen oder insgesamt 77 Stunden im Sattel.

Dabei wurden die Amar Tourenräder von MTB Cycletech ganz schön gefordert, kommen doch bei der Vollbeladung mit 5 Taschen und 7 Liter Wasser ganze 39 Kilos zusammen! Und das bei bis zu 36° im Süden des Landes und teilweise sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Aber die beiden werden mit überwältigend schönen Landschaften entschädigt und lernten ein Volk kennen, das mit viel Herzlichkeit und grossem Fleiss sein nicht immer einfaches Leben bewältigt.

Mittendrin

Akkurat hat Katja eine Route inklusive GPS Navigation zusammengestellt, die viele Facetten des Landes zeigt und den Velowanderern auch Zeit zum Staunen und Geniessen lässt. Von der Hauptstadt Yangon geht’s per Inlandflug ins Herz des Landes nach Heho, eine grüne und fruchtbare Region um den Inle Lake mit angenehm kühlem Klima. Bemerkenswert der Lufttransport der Fahrräder zum Innlandflughafen Heho. Trotz eheblichen Verständigungsschwierigkeiten gelingt es schliesslich, die Velos auf der Wrappingmaschine flugtauglich zu verpacken, da diese sonst nicht mitgenommen werden.

In mehreren Etappen geht die Fahrt nord-westwärts über Pindaya, Ywangan, Kyakukse, Sagaing, Monywa, Pakokku nach Bagan. Da Übernachtungen nur in lizenzierten Unterkünften erlaubt sind, ist gute Planung unverzichtbar, zudem sind teilweise stark befahrene Hauptverkehrswege eher anstrengend.

Verkehr

Die zunehmende Motorisierung Burmas mit oft uralten, stinkenden Fahrzeugen erschwert die Fahrt, auch gibt es trotz Schildern eigentlich nur eine Verkehrsregel: Rechtsverkehr. Die Verständigung unter den Verkehrsteilnehmern geschieht immer und fast andauern per Hupe: Achtung ich komme! Jetzt bin ich vorbei, hallo was machst du da? oh zwei Velofahrer, Kollege am Strassenrand, oder weil Hupen Spass macht, … Vorsicht ist auf der Strasse immer geboten, denn Burmesen sind oft waghalsige Fahrer, der Stärkere ist im Vorteil. Mit etwas Glück und guter GPS-Bedienung finden sich auch kleinere Ausweichrouten, die zudem meist zu den unberührten Schönheiten des Landes und wirklich netten Menschen führen.

Südwärts

Nach dem Innland-Rückflug zurück nach Yangon geht’s per Pickup-Shuttle nach Mawlaimyine, auch das ein Abenteuer für sich. Die Idee der südlichen Route ist überzeugend, der Landweg zurück in die Hauptstadt grossartig: Mawlaimyine – Hpa An – Thaton – Kinpun (Golden Rock) – Bago – Yangon – eine vielfältige Route voller Sehenswürdigkeiten. Dass die Übernachtung auf den meist brettharten Betten nicht immer sehr lange dauerten, liegt auch daran, dass bellende Hunde und krähende Hähne, Tempelglocken und Morgengebet mit Mikrofonverstärkung ab 5 Uhr früh zum Alltag gehören.

3. Tipps:

  • Inlandflüge mit Velotransport wenn’s irgendwie geht schon zuhause aber doch mindestens in Yangon, Mandalay oder Bagan buchen: dort sprechen die Angestellten Englisch. Inlandflüge haben eine beschränkte Gepäckkapazität und ein Velo braucht viel Platz. Mitnahme muss abgeklärt und angemeldet werden.
  • An kleine, vordergründig unspektakuläre Orte ausweichen, wenn die vielen Touristen das Velofahrerleben im Verkehr stressig machen. Z.B. Sagaing statt Mandalay oder Pindaya statt Nyaung Shwe.
  • Mit dem Circle Train in Yangon im Schneckentempo die Aussenbezirke der Stadt durchs Zugfenster betrachten. Die Passagiere werden ordentlich durchgerüttelt, aber authentischer geht’s nicht.

 

© Katja Caldelari, Reiseplanung, GPS-Navigation
und Thomas Loretan, Fotografie, Fahrräder